Ziegelherstellung

Aufbereitung und Formgebung

Das aus der Tongrube ankommende Material wurde aus Kipploren in den Kastenbeschicker gekippt. Der Kastenbeschicker transportierte das Rohmaterial in den Trockenkollergang. Trocken zermahlen kam der Ton über einen Mehlelevator in den Doppelwellenmischer. Feucht durchgemischt gelangte das Rohmaterial in die Strangpresse zur Formgebung. Die Arbeit des Ziegelstreichers war anstrengend. Die Erfindung der Strangpresse erleichterte die Arbeit erheblich. Ihr Erfinder war der Bauunternehmer Carl Schlickeysen (1854). Durch den Einsatz (Mundstücke) konnten Loch- und Hohlziegel anstelle von Vollziegel hergestellt werden. Von einem Abschneider wurde der geformte Strang in die entsprechende Länge geschnitten. Die so gewonnenen Formlinge gelangten von Halbautomaten manuell in die Teller des Kreistransporteurs und wurden in die Freilufttrocknung gebracht.

Die Freilufttrocknung

Anfangs wurden die Formlinge auf eigens konstruierten Schubkarren zum Trocknen in die Freilufttrocknung gebracht und auf die Regale eingerüstet. Wie lange die Formlinge in der Freilufttrocknung bleiben mussten, war witterungsabhängig. Bei günstigem Wetter waren es circa 14 Tage. Um die Zeiten zu verkürzen, wurden die Regale über dem Ofen angebracht, um die Abwärme zu nutzen.

In der Freilufttrocknung stehen insgesamt 244 Holzregale. Das Baujahr ist nicht exakt zu datieren, der Hersteller ist nicht bekannt. Die Regale haben eine Länge von ca. vier Metern, eine Breite von 60 cm und eine Höhe von ca. drei Metern. Es wurde auf drei Ebenen getrocknet: auf der Galerie, auf dem Ringofen und in der Trocknung hinter dem Maschinenraum. Die Freilufttrocknung ist winddurchlässig. Außerdem wurde zum Trocknen die Wärme des Ringofens genutzt. Die Ziegelei Westeregeln war ein Saisonbetrieb, Ziegel wurden nur von April bis November gebrannt. Ein Vorrat an Rohlingen wurde in einem geschlossenen Raum während der Wintermonate angelegt. So erreichte man einen Vorlauf für das Brennen im Frühjahr.

Der Kreistransporteur

Zum Transport der Ziegelrohlinge wurde 1959 ein Kreistransporteur in einer Gesamtlänge von ca. 600 Metern installiert. Die Antriebsleistung des Motors beträgt 9,2 kW. Der Hersteller war die Firma Funke aus Nienburg. Der Transporteur durchläuft alle Produktionsräume. Gleichzeitig wurden Rohlinge auf die oberen Teller gelegt und Formlinge aus den unteren entnommen. Im Maschinenraum wurde der Kreistransporteur an der Strangpresse mit je zwei Rohlingen in den oberen Tellern bestückt. Dann durchlief er alle Freilufttrocknungen bis hoch in die Galerie. Die Rohlinge wurden in die Regale eingerüstet. Parallel dazu kamen die getrockneten Formlinge in den Transporteur. Sie wurden bis vor die Ofentüren gefahren. Der Kreistransporteur brachte große Arbeitserleichterungen. Er löste die eigens dafür gebauten Schubkarren ab.